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Eine besondere Erinnerung

2014 bescherte mir eine wundervolle Reise, an die ich mich jetzt zu Beginn der neuen Jahres besonders erinnere.
Nachdem ich 2013 einen großen Verlust erlitten
hatte, brauchte ich dringend etwas auf das ich mich freuen konnte, also
buchte ich mit einer Freundin bereits im September 270 Tage Vorfreude.
Ziel unserer Reise war das große grüne Land mit
den vielen Schafen.
Wie wunderbar die Landschaft wirklich ist, begreift
man jedoch erst wenn man dort ist. Ich glaube ich habe mich niemals
vorher so frei gefühlt.
In unserer Irlandzeit wanderten wir viele
Kilometer. Mal mit Gepäck, mal ohne. Mal laut, mal leise. Manchmal
hingen wir einfach nur Gedanken nach, manchmal aber dachten wir auch gar
nichts.
Und da ich mal nicht in einer Beziehung war, gab es
da auch niemand zu vermissen. Es war eine Zeit wie keine andere. Und
ich rate jedem dem das Glück abhanden gekommen ist: Fahr nach Irland!
Ich stehe auf einer Wiese und sehe Meilen weit
nichts als Natur. Ich fühle wie der Wind mein Haar zerwuschelt und ich
liebe es. Und da ist noch etwas was ich sehe, ich sehe Glück und
Zufriedenheit!
16 Kilo auf dem Rücken. Schon seit Stunden
laufen wir durch den Burren und mindestens seit einer halben Stunde
ergießen sich Eimer von Wasser über uns. Meine Hose ist so durchnässt,
dass sie sich mehrere Kilo schwerer anfühlt, mein Gesicht
ist nass und ich kann kaum die Augen öffnen. Uns umgibt nichts als
felsige Landschaft. Hinter uns kilometerweit Straße, vor uns
kilometerweit Straße und immer wieder geht es bergauf… und trotzdem will
ich nirgendwo anders sein als genau hier.
Ich kann keinen Fuß mehr vor den anderen setzen,
fühle mich wie eine alte Frau, deren Knochen knarrzen. Die letzten
Kilometer haben zwei freundliche Iren uns mitgenommen. Aber wir haben
unser Ziel erreicht und auch wenn es hier im Umkreis
von 20 km nicht mal einen Supermarkt gibt, ist es einer der schönsten
Orte, den ich jemals gesehen habe.
Wir tanzen auf der Straße. Glücklich!
Ausgelassen! Dublin‘s erste After-Hour! Freundliche, fröhliche Menschen
ziehen vorbei. Ein paar bleiben und tanzen mit uns.
Unter mir zerschellen die Wellen am Fels. Ich
stehe am Hang der  120 Meter hohen Klippen und schaue in die Tiefe. Ich
bin überwältigt und furchtlos!