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Meine Erfahrungen mit Magic Cleaning – Teil 1

Magic Cleaning

Ich stehe inmitten meiner Wohnung und strahle. Ich freue mich, dass vor einer Minute schon wieder 4 Müllsäcke mein Heim verlassen haben! Stolz mache ich 4 neue Striche in eine Tabelle in einem kleinen Büchlein, direkt hinter die Worte Kleinkram – CDs und DVDs.

Seit knapp 2 Wochen feiere ich nun schon mein Aufräumfest, wie Marie Kondo es nennt. Ich habe mir sogar eine ganze Woche frei genommen, nur um zu entrümpeln, bin jeden Morgen früh aufgestanden und habe angefangen mich von Sachen zu trennen. Doch nun erst mal zum Anfang. Wie hat das alles angefangen?

Vor einiger Zeit habe ich im Büro eine neue Kollegin bekommen. Als sie bei uns anfing war ich überrascht wie viel sie erst mal aus unserem Büro entrümpelt und weggeschmissen hat. Ich hörte im Abstand weniger Minuten ständig „Brauchen wir das noch?“ „Kann ich das wegwerfen?“ „Hängt hier irgendjemand dran?“ „Wieso behalten wir das?“. Jetzt bestaunt jeder ihren leeren, aufgeräumten Schreibtisch, auch ich fühlte mich total inspiriert und schnell war klar: Das will ich auch! Sie erzählte mir begeistert von einem Buch, das sie mal gelesen hat – Magic Cleaning von Marie Kondo – und ich war von ihrer Erzählung so hin und weg, dass ich mir das Buch unbedingt ausleihen musste. Danke, Franzi!

Ich bin nicht gerade die Ordnung in Person und gerade mich von Dingen zu trennen, die mir mal jemand geschenkt hat, fällt mir schwer. – Fiel mir schwer!

 

Aufräumen in einem Rutsch und perfekt

Marie Kondo beschreibt in ihrem Buch wie man durch Ausmisten – in einem Rutsch (weniger als 6 Monate) und perfekt – einen Sinneswandel auslösen kann, der einen nie mehr zurück in alte Muster verfallen lässt.

Zunächst soll man sich haargenau ausmalen warum man sich eine neue Ordnung wünscht. Wie soll das Leben in den eigenen 4 Wänden aussehen? Was will man erreichen und warum?

Ich machte mir also Gedanken was mich aktuell stört, wie ich es gerne lieber hätte und was mich bewegt und antreibt. Dies habe ich mir notiert und wenn ich an einer Stelle nicht weiterkomme führe ich mir meine Gründe wieder vor Augen.

Danach wird ausgemistet. Kondo teilt den Aufräumprozess in 2 Phasen: Erst wird aussortiert, dann wird jedem Gegenstand ein fester Platz zugewiesen.

 

Ausmisten nach Kategorien

Ausgemistet wird bei Kondo nach Kategorien. Angefangen bei Kleidung, dann kommen Bücher, Papiere, Kleinkram und am Schluss Erinnerungsstücke, denn die sind am schwersten und man soll zunächst eine gewisse Ausmistroutine entwickeln, bevor man bereit ist sich an Erinnerungsstücke zu wagen.

 

Wie wird ausgemistet?

Bei der KonMari (nach Marie Kondo) werden zunächst alle Dinge einer Kategorie an einem Ort gesammelt. Dann wird jedes Teil in die Hand genommen und man entscheidet bewusst, macht mich dieses Teil glücklich (ganz in Ruhe, ohne flippige Musik oder so – damit man nur auf sich selbst hören kann)? Wenn ja, darf es behalten werden, wenn nein, kommt es weg. Bist du dir nicht sicher, ob es dich glücklich macht? Na, jetzt rate mal! – Es kommt weg! Würde es dich glücklich machen, müsstest du nicht erst darüber nachdenken. Marie Kondo sagt in ihrem Buch man soll sich bei jedem Teil bedanken. Zum Beispiel mit: „Danke, dass du mich immer schön warm gehalten hast.“

Zugegeben, das war mir dann doch ein bisschen to much. Ich hatte für meine aussortierte Kleidung höchstens mal ein „Danke, dass du meinen Hintern immer hast fett aussehen lassen!“ übrig, bevor ich mich von besonders ungeliebten Dingen getrennt habe.

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Kleidung

Gesagt, getan – noch bevor ich das Buch ausgelesen hatte (ich konnte mich einfach nicht gedulden), habe ich eines nachmittags all meine Kleidung ins Wohnzimmer gebracht. Und ich meine wirklich ALLES! Bis dahin hatte ich immer je nach Jahreszeit die Sommer- oder Wintersachen im Keller.

Ich sammelte also alles aus dem Kleiderschrank, von der Garderobe, aus dem Keller, von sämtlichen Haken im Badezimmer etc. und als alles auf einem Haufen lag, war ich wirklich von der Menge meines Besitzes erschlagen! Es türmten sich Berge von Pullovern, T-Shirts, Hosen, Röcken, Kleidern… Man konnte den Boden nicht mehr sehen. Es war furchtbar! Allein dieser Anblick war für mich schon Motivation genug, mich von einem ganzen Haufen Sachen zu trennen, denn so eine Menge und so ein Chaos machte mich wirklich alles andere als glücklich. Ich fing an mit den Sommershirts, machte weiter mit Pullovern… – Teil für Teil packte ich an und verabschiedete mich nach und nach von gut 2/3 meiner Kleidung. Dabei fiel mir auf, dass ich einen gravierenden Überschuss an Sachen hatte, die entweder

–          nur schön, aber nicht wirklich bequem oder

–          nur bequem, aber eigentlich nicht wirklich schön

waren.

All diese Dinge besitze ich nun nicht mehr. Auch Dinge, die mir mal super gefallen haben, die aber nicht mehr optimal passten habe ich gehen lassen. Marie Kondo sagt bei so etwas ganz klar „Irgendwann kommt nie!“ und es ist wahr. Wenn ich darauf warte irgendwann dort wieder herein zu passen, dann macht es mich bis dahin immer wenn ich es sehe unglücklich, weil es mir bewusst macht, dass ich nicht mehr die gleiche Figur habe wie früher und im Endeffekt kommt das irgendwann ja dann doch nie und man hat sich umsonst immer wieder den negativen Gedanken ausgesetzt.

Und so habe ich mich nach und nach von insgesamt 17 Säcken voll mit Kleidung getrennt. Hiervon habe ich die meisten direkt in die Altkleidersammlung gebracht und nur 4 Säcke für Flohmarkt, Mädchenflohmarkt oder Kleiderkreisel behalten. 2 Teile habe ich beiseitegelegt zu den Erinnerungsstücken. Die kommen wann anders dran.

Die Kleidung, die mich glücklich macht, steht nun ordentlich gerollt in meinem Kleiderschrank. Dies ist übrigens ein System von KonMari das mich absolut und 100 prozentig überzeugt hat: Die Dinge stehend in Schubladen aufbewahren. Ich bin direkt am nächsten Tag zu Ikea gefahren und habe mir eine Masse an neuen Schubladen für meinen Kleiderschrank zugelegt.

Und zum ersten Mal passt nun meine gesamte Kleidung in meinen Kleiderschrank. Sommermode und Wintermode und es wäre sogar noch Platz für mindestens 5 große Shoppingtouren. Aber ehrlich gesagt bin ich jetzt so sensibilisiert für das was mich nicht glücklich macht, dass ich beim Shoppen kaum mehr etwas mitnehmen möchte. Mein neu gewonnener Platz ist mir einfach lieb und teuer.

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Im nächsten Teil erzähle ich euch dann wie es mir mit dem Magic Cleaning der Bücher und Papieren ergangen ist. Ich berichte wie ich meine kleine Bibliothek auf ein einziges Bücherregal reduziert habe.